Droplr – Teile und beherrsche

Für das Teilen von Inhalten gibt es zahllose Möglichkeiten. So werden Fotos und Dokumente per Email an ganze Verteiler geschickt, Messenger werden genutzt und es gibt auch einige klassische Filetransfer-Angebote im Netz. Jede Lösung hat eigene Beschränkungen oder Nachteile. So haben Emails häufig restriktive Dateigrößenbeschränkungen, Menschen nutzen unterschiedliche Messenger und Filetransfer-Lösungen im Netz haben teilweise eine unseriöse Anmutung.

Droplr ist eine Lösung, die sehr umfangreich viele Aspekte von Teilen in einem Tool vereinigt: Screenshots, Links, Anmerkungen, kurze Bildschirmvideos sowie Notizen sollen vom Anwender möglichst schnell erstellt und geteilt werden können. Die Mischung aus Tool und Webservice steht für die Plattformen von Windows und Mac zur Verfügung, darüberhinaus gibt es im Mobilbereich auch eine App für iOS. Desweiteren gibt es eine von mir bisher nicht genutzte Erweiterung für den Chrome-Browser.

Der Einstieg

Droplr SetupAls neuer Nutzer muss man sich zunächst auf der Webseite von Droplr registrieren. Dabei kann auch ein bestehendes Google- oder Twitter-Konto genutzt werden. Ich bevorzuge immer eine separate Anmeldung per Email und eigenem Passwort. Der Dienst funktioniert nur mit der Anbindung an ein Konto. Es gibt keine Möglichkeit die Software ohne Konto zu nutzen bzw. offline damit zu arbeiten. Im Anschluss an Registrierung und Login kann man dann auch die aktuelle Software für Windows und Mac herunterladen. Die Installation lief bei mir unter Windows 7 und Windows 10 problemlos durch.

Das Setup bietet einige übliche Einstellungen, wie z.B. zum Thema Autostart. Zudem kann eine Webcam konfiguriert werden, um Reaktionen & Gesichtsausdrücke als GIF zu erstellen. Interessanter ist der Reiter „Hot Keys“, der ungewöhnlich umfangreich ausfällt. Hier können nahezu alle Funktionen per Tastaturkombination konfiguriert werden. Da ich mir komplexe Befehle mit mehreren Tasten schlecht merke, konfiguriere ich die wichtigsten Befehle bei mir auf eine spezielle Funktionstaste meiner Logitech-Tastatur.

Insgesamt fallen die Einstellmöglichkeiten vergleichsweise komplex aus, die Standardeinstellungen sind für Einsteiger in die Software aber schon sehr gut gewählt, so dass die Installation von Droplr niemanden vor Probleme stellen sollte.

Arbeitsweise und Grundfunktionen von Droplr

Droplr hat eine Reihe verschiedener Funktionen. Ich möchte mich aber auf die wichtigsten, von mir am meisten genutzten Features konzentrieren. Zum einen gibt es eine einfache Screenshotfunktion. Mit dieser kann man den zu kopierenden Bereich des Bildschirms mit einem Rahmen wählen. So weit so gewöhnlich. Das Besondere an Droplr ist, dass der Screenshot im Hintergrund bereits in die Droplr Cloud hochgeladen wird und automatisch ein Link generiert wird. Dieser ist automatisch im Windows/Mac Clipboard und kann damit überall, z.B. in Emails oder Messenger, eingefügt werden.

Möchte man seinen Screenshot später wieder auffinden, geht man auf seine Droplr-Seite und hat dort eine Übersicht der zuletzt gesammelten Elemente. Die Dokumente können auch mit Schlagworten versehen und danach durchsucht werden. Man kann sie auf der Droplr Webseite auch zum späteren Zeitpunkt Anderen zur Verfügung stellen. Dabei gibt es eine Reihe weiterer Optionen. So kann man einstellen, wie lange der Link für Interessenten zur Verfügung stehen soll. Der Link kann so – wenn gewünscht – nach einer Woche nicht mehr gültig sein. Auch kann man hier noch zum späteren Zeitpunkt auf dem Screenshot Anmerkungen machen oder ein Passwort für den Link generieren.

Für den Empfänger wird ein kurzer Link in Form von https://d.pr/ZPwV/2t9ka4mW automatisch erstellt. Diesen kann jeder Anwender anklicken, ohne sich bei Droplr anzumelden. Diese Vorgehensweise ist klar und schnörkellos. Es wird nicht, wie bei vielen anderen Anbietern, agressiv für einen Benutzeraccount oder ähnliches geworben, es gibt auch keine ungewünschten Anzeigen. Ein kleiner, dezenter Hinweis am linken oberen Bildschirmrand weist auf Droplr hin, aber das ist in einem problemlos vertretbaren Rahmen.

Durch die automatische Generierung von Links ist mit Droplr ein sehr effizientes Teilen möglich, und das sowohl für den Ersteller als auch die Empfänger der Dokumente wie Screenshots. Auch Dateien können über das Kontextmenü per Rechtsklick auf das File so mit Droplr geteilt werden. Natürlich geht dies auch mit klassischen Anbietern von Cloudspeicher, bei denen sind aber meist mehrere Zwischenschritte nötig, bis man einen frei teilbaren Link zur Verfügung hat. Im Webinterface von Droplr kann man zusätzlich auch Statistiken einsehen, z.B. in Form einer Kurve wie oft und wann ein Dokument betrachtet oder eine Datei heruntergeladen wurde.

Zusatzfunktionen

Zwei Stärken von Droplr sind das Hinzufügen von Anmerkungen bei Screenshots und die Erstellung kurzer Erklärvideos. Beides ist sehr benutzerfreundlich und ergänzt die Grundfunktion des Teilens wunderbar. Für das Aufzeichnen eines Bildschirmvideos (bei Droplr Screencast genannt) kann man einen Rahmen um den gewünschten Bereich ziehen, die Aufzeichnung starten, seine Aktionen ausführen und anschließend die Aufzeichnung per Mausklick oder Hotkey stoppen. Wenn man möchte, kann man Videos auch mit einem Audiokommentar versehen. Das Ergebnis kann als HD-Video im MP4-Format oder als animiertes GIF gespeichert werden. Man kann so im Handumdrehen z.B. Kollegen und Freunden kurze Arbeitsschritte vorführen.

Ähnlich ist das Vorgehen bei Screenshots, die mit Anmerkungen erstellt werden sollen: Zunächst wählt man den Bildschirmausschnitt. Anschließend öffnet sich ein sehr einfacher Editor, wo man Pfeile, Rahmen und Textbemerkungen setzen und verschieben kann. Simpel, aber effektiv. Die Qualität sowohl der markierten Screenshots als auch der Videos ist einwandfrei und man hat im Handumdrehen dafür Links zur Hand, die mit Anderen geteilt werden können.

Das Outlook-Addin

Droplr bietet auch eine direkte Integration in Outlook (für Mac-Anwender gibt es zusätzlich noch eine Photoshop-Integration). Dieses Addin wird während der Installation von der Droplr-Software als abwählbare Option gezeigt. Entscheidet man sich dafür, wird es für Outlook (in meinem Fall die Version 2016 aus Office 365) installiert und aktiviert. Ab diesem Zeitpunkt werden alle an Emails angehängte Dateien nicht mehr als Datei verschickt, sondern direkt unter der Email als Droplr-Link. Das hat zwei Vorteile:

1. Man belastet seinen eventuell begrenzten Emailspeicher nicht mehr, Anhänge werden alle in Droplr angelegt

2. Die Dateigrößenlimitierung für Emails wird unwichtig, da über Droplr-Link z.B. auch eine 1GB große Datei verschickt werden kann.

Die Standardeinstellung schickt alle Anhänge ungefragt als Droplr-Link. Das finde ich eher ungeschickt, da man z.B. an Behörden Dokumente vielleicht direkt als Anhang und nicht als Link schicken möchte. Droplr-Links werden zudem von einigen Empfängern nicht als solche erkannt und sie nehmen an, dass man den Anhang vergessen hat. Ich nutze lieber die Option „Ask me what to do each time“, bei der vor Versand der Email gefragt wird, ob der Anhang mit Droplr oder als normaler Email-Anhang verschickt werden soll. Leider setzt sich diese Option bei jedem Update von Office auf die Standardeinstellung zurück, so dass man oft nachjustieren muss. Ich bin aber im Gespräch mit dem Droplr-Support und die Entwickler wollen schauen, ob sie dieses Verhalten ändern können.

Preismodell

Ich hatte das Glück, über eine zeitlich limitierte Aktion auf Stacksocial sehr günstig einen Lifetime Account von Droplr zu erwerben. Ob dieser sehr empfehlenswerte Deal mal wieder auftaucht, ist nicht absehbar. Droplr lässt sich aber in einer kostenlosen Grundversion mit allen Funktionen testen, man ist allerdings auf 10 Drops, d.h. 10 zu teilende Elemente im Monat beschränkt. Dies macht z.B. den Einsatz des Outlook-Addins quasi unmöglich und limitiert den Alltagswert von Droplr doch erheblich.

Die erste Bezahlstufe ist mit 10$ pro Monat (bzw. 8,30$ bei jährlicher Zahlweise) recht hoch. Dort sollte Droplr etwas nach unten justieren oder man sollte als Interessent auf eine neue Aktion warten. Droplr hat schon häufig sein Preismodell überarbeitet. Meiner Meinung nach sollte der Preis 50$ im Jahr nicht überschreiten. Die letzte Preisstufe Business wendet sich an Unternehmenskunden mit individuellen Preismodellen.

Mitgeliefert mit den jeweiligen Nutzerstufen wird ebenfalls Speicherplatz und eine gewisse Bandbreite, die für Normalanwender vollkommen ausreichend sein sollten. Auch dort hat Droplr schon häufiger an der Schraube gedreht, es wurde in der Vergangenheit auch schon mit unlimitiertem Speicher geworben. Ein Benutzerkonto ist Geräte- und Plattform-übergreifend zu nutzen. Auch der Download der iOS-App ist kostenlos.

Fazit

Droplr ist ein einzigartiges Sharing-Tool, mit dem der Anwender unglaublich schnell Inhalte teilen kann. Der Empfänger der Inhalte erhält dabei einen Link, der ihn ohne Anmeldung schnell zum Ziel führt. Die Bedienung ist gelungen, vor allen mit den zahlreichen Hotkeys kommt man im Handumdrehen zu einem Ergebnis. Doch es gibt auch Kritikpunkte wie die sich nach Office-Update ständig zurückstellenden Einstellungen des Outlook-Addins. Auch gibt es zumindest unter Windows 7 und Windows 10 sporadische Abstürze des Programms, die unbedingt behoben werden sollten. Auch reagiert Droplr etwas empfindlich, wenn man gleichzeitig einen Clipboardmanger wie 1Clipboard nutzt und spricht eine Warnung aus.

Das Preismodell sollte nach unten justiert werden, um eine größere Nutzerschaft zu erreichen. Der Webservice im Bezahlmodus lohnt sich vor allem für Anwender, die sehr viele Inhalte teilen möchten und häufig größere Dateien verschicken. Für diese Zielgruppe ist Droplr ein echtes Highlight.